OHE will Gütersparte verkaufen - Lünebahn

OHE will Gütersparte verkaufen

Die OHE ( Osthannoversche Eisenbahnen AG ) will ihre Gütersparte verkaufen. Der Betriebsrat der OHE sowie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG befürchten den bevorstehenden Verlust von bis zu 260 Arbeitsplätzen. Außerdem sei mit dem Verkauf der Fortbestand des rund 280 km langen unternehmenseigenen Streckennetzes zwischen Elbmarsch (Winsen, Niedermarschacht) sowie Lüneburg und Celle in Gefahr. Das OHE-Netz ist – wie ein Blick in die Bilanzen offenbart – jahrelang defizitär gewesen. Der bevorstehende Verkauf zeichnete sich für Branchenkenner schon seit längerem ab: Vor Monaten wurde die Güterverkehrssparte in das Tochterunternehmen OHE Cargo überführt.

Die Auswirkungen auf die unternehmenseigenen Spedition KOG, UHU (Uelzener Hafen- und Umschlagsgesellschaft) und der Unikai (Hafenbetrieb Lüneburg) seien derzeit unklar. Angesichts des anvisierten Verkaufes wird seitens der Behörden ein Augenmerk auf die Standort- und Arbeitsplatzgarantien gerichtet: Die OHE waren bis vor fünf Jahren mehrheitlich in der Hand des Landes Niedersachsen. An die Veräußerung der OHE wurde die Bedingung der genannten Garantien geknüpft, die auch den Fortbestand des Schienennetzes in der derzeitigen Ausdehnung (exklusive Celle-Wittingen) bis 2016 beinhalten. Die EVG, welche ein „Sterben auf Raten“ des Traditionsunternehmens befürchtet, sieht dementsprechend auch das Land Niedersachsen in der Pflicht, eine sozialverträgliche Lösung zu finden.

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Laut der „Neuen Presse“ käme TX Logistik als potenzieller Käufer in Betracht; Wie die OHE selbst, ist auch TX Logistik ein Tochterunternehmen der italienischen Staatsbahn. Nach diesem bericht ziehe auch die das OHE-Management selbst einen Kauf in Betracht.

Die OHE AG wurde 1944 im Rahmen eines Zusammenschlusses zahlreicher Kleinbahnunternehmen in der Lüneburger Heide gegründet. Neben dem bis heute betriebenen Güterverkehr fand auf dem unternehmenseigenen Schienennetz Personenverkehr statt, bis dieser 1977 zuletzt auf den Relationen Lüneburg – Bleckede und Lüneburg – Schwindebeck eingestellt wurde. 2006 verkaufte das Land Niedersachsen als größter Anteilseigner seine Anteile an die Arriva Deutschland GmbH, welche ihrerseits 2011 von der Deutschen Bahn übernommen wurde und die OHE aus wettbewerbsrechtlichen Gründen weiterveräußern musste. Damit erhielt die Netinera Deutschland – ein Tochterunternehmen der italienischen Staatsbahnen den Zuschlag.

Seit 2011 führt die OHE mit ihrem einhundertrpozentigen Tochterunternehmen erixx GmbH wieder Personenverkehr durch – jedoch nicht auf dem firmeneigenen Netz, sondern auf dem „Heidekreuz“ zwischen Uelzen und Bremen sowie Hannover und Buchholz. Ferner existiert eine Mehrheitsbeteiligung an der Metronom Eisenbahngesellschaft mbH. Auf dem OHE-Stammnetz führt die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg (AVL) mit ihrem Heide-Express museale Sonderfahrten durch.

Welche Relevanz das OHE-Netz – immerhin potentiell wertvolle Infrastruktur – quer durch die Heide angesichts steigender Kraftstoffpreise erlangen wird, ist derzeit nicht absehbar.

Quellen: www.ndr.de
http://finanznachrichten.de

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