Neubau Bahnstrecke Lüneburg-Buchholz statt Y-Trasse? - Lünebahn

Wiederbelebung der Bahnstrecke Lüneburg-Buchholz statt Y-Trasse?

Ochtmissen. Nach dem vorläufigen (?) Aus für die Y-Trasse soll es seitens der Deutschen Bahn AG Überlegungen geben, die Bahnstrecke Lüneburg-Buchholz wieder in Betrieb zu nehmen, welche bereits 1994 komplett stillgelegt und um die Jahrtausendwende vollständig abgebaut wurde. Laut LG-Heute sind die Ochtmisser von diesen Plänen überrascht. Dementsprechend steht der Wiederaubau der „Buchholzer Bahn“ auf der Tagesordnung der kommenden Ortsratssitzung am 16.02.2012.

 

Bild: Ehemaliger Bahnübergang an der K32 zwischen Vögelsen und Bardowick

 

 

 

 

 

 

 

Persönliche Einschätzung:

Die Bahnstrecke Lüneburg-Buchholz diente vorrangig dem Personenverkehr. Dementsprechend wurde die Trasse so angelegt, dass möglichst viele Ortschaften erschlossen werden. Das ist für den Schienenpersonennahverkehr auch sinnvoll, für den reinen Durchgangsverkehr, welcher den Anliegern keinen Nutzen verschafft, jedoch ein dickes Minus. Wäre die Strecke nie entwidmet worden, wäre die Wiederaufnahme des Betriebes ein kalkulierbares Risiko mit dem sich die Anwohner hätten arrangieren müssen. Da die Strecke jedoch nicht nur stillgelegt, sondern sogar bis Jesteburg vollständig abgebaut wurde, halte ich mögliche Bürgerproteste für nachvollziehbar. Schließlich wäre nicht nur Ochtmissen betroffen, sondern auch Vögelsen, welches sehr nah an die Trasse herangewachsen ist. Ferner würde die neue Strecke mitten durch Mechtersen und Wulfsen führen, Tangendorf tangieren, Brackel durchqueren und Marxen wiederum tangieren.

Ein weiteres Problem stellen meiner Ansicht nach die Bahnübergänge dar: Durch die Nähe zu zahlreichen Ortschaften kommt es dazu, dass es dort viele Straßen zu überqueren gilt. Da die Neuerrichtung von Bahnübergängen nicht mehr gestattet ist, müssen diverse Unterführungen errichtet werden, was einen hohen finanziellen Aufwand darstellt, der wahrscheinlich  bei einer Trassierung abseits von Wohnsiedlungen und somit auch Kraftverkehrswegen deutlich geringer ausfallen würde.

Außerdem hat die Bahn ein Teil des Grundstückes auf dem die Bahnstrecke verlief (und wieder verlaufen soll) an die Gemeinde Vögelsen gekauft, welche zwischen der Landwehr und den Mechterser Angelteichen einen Rad- und Wanderweg errichtete. Um das Projekt realisieren zu können, müsste die Bahn das Land zurückkaufen. Ob die Gemeinde Vögelsen das möchte und ob ggf. eine Enteignung möglich sein kann, vermag ich nicht zu beurteilen.

 

Bild: Der Rad- und Wanderweg am ehemaligen Vögelser Haltepunkt

 

 

 

 

 

 

 

Die positiven Aspekte dürfen jedoch nicht außer Acht gelassen werden:

Da der Unterbau noch weitestgehend vorhanden ist, sind deutlich weniger Erdarbeiten erforderlich als es bei der kompletten Neuerrichtung eines kilometerlangen Bahndamms der Fall ist. Diese deutliche Kostenersparnis müsste man mit den Mehrkosten durch die zahlreichen Querungsbauten in die Waagschale werfen.

Neben dem Nutzen für den Personenverkehr besteht in Jesteburg ein Anschluss an das Gütergleis nach Maschen. Ein ggf. neu zu errichtender Gleisbogen würde es ermöglichen, Güterzüge direkt von und nach Maschen zu leiten.

Mein Fazit:

Wenn der Plan des Wiederaufbaus der Buchholzer Bahn mehr als ein fixer Gedanke ist, wird auf die Anwohner und die hiesigen Kommunalpolitiker Einiges zukommen – eine Debatte, die ich mit großem Interesse verfolgen werde.

5 Antworten “Wiederbelebung der Bahnstrecke Lüneburg-Buchholz statt Y-Trasse?”

  1. Manfred Bergmann sagt:

    Buchholzer Bahn
    Moin,
    ich bin selber 1976 noch mit roten Schienenbussen von
    Lüneburg nach Buchholz und zurück gefahren und würde die
    Wiedereröffnung für den Personen- und Güterverkehr zur
    Entlastung der KBS 110 sowie als Umleiter sehr begrüßen.
    Wer mehr Verkehr auf die Schiene bringen will und Waren umweltgerecht befördern möchte,hat nun diese Wahl.
    Die Trasse ist relativ kostengünstig und leistungsfähig.

  2. Arne Bessen sagt:

    Hallo, habe länger nichts mehr vom Vorhaben gehört, die „Buchholzer Bahn“ wieder auferstehen zu lassen. Habe damals noch gedacht, als die Schienen herraus gerissen wurden: „Na, wenn sich das man nicht rächt…“ Wie es zu dieser Entscheidung kommen konnte, ist für mich nicht erklärbar, auch damals schon war es klar, das die Schienenverbindung zwischen HH und LG aus allen Nähten platzt und nicht weiter ausgebaut werden kann. Und die einzig vorhandene Entlastungsstrecke wird abgebaut. Also: Auch wenn einige „Häuslebauer“, ich bin auch so einer, auf die Barrikaden gehen: Die Strecke muß wieder aufgebaut werden! Und bitte gleich leistungsfähig also zweigleisig, ohne Bahnübergänge und mit Personenverkehr, also Direktanschluß an die alte Streckenführung von Buchholz und Verbindungskurve nach Maschen.
    Arne Bessen

  3. LUDI sagt:

    ICH KANN EUCH ALLEN EIGENTLICH NUR ZUSTIMMEN.WOLLEN WIR HOFFEN DAS DIE REAKTIVIERUNGSPLÄNE UMGESETZT WERDEN KÖNNEN WERDEN!GIBT ES EIGENTLICH SCHON IRGENDEIN FÖRDERVEREIN?

  4. E.W. sagt:

    Die Strecke wurde in der Tat erbaut, um militärischen Aspekten zu genügen und vieleicht noch aus einem Konkurrenzegdanken zur Amerikalinie heraus.
    Vergessen wir nicht, das 1872-74 die verschiedensten Eisebahngesellschaften „unterwegs“ waren und darüber hinaus die Regierungsformen aber auch die militärhistorischen Lagen ganz andere waren.
    Deutlich wird das, wenn man sich eine alte Landkarte ansieht, dort wird sehr schnell klar, das die Linienführung wohl eher nicht den wenigen Ortsansässigen dienlich sein sollte.

    Korrekt hingegen ist der Umstand, das die gesamte Trasse nahezu vollständig noch vorhanden ist. Ebenfalls sind fast alle Bauwerke noch vorhanden und davon sind mit Sicherheit wiederum viele ohne größeren Kostenaufwand wieder nutzbar zu machen. Die Trasse ist darüber hinaus durchgehend zweigleisig trassiert und problemlos ausbaubar. Ob das allerdings bei den Anwohnern nun so auf Gegenliebe stoßen wird, bleibt zu bezweifeln. Natürlich müssten dann sämtliche Verkehrswegekreuzungen unter bzw. überführt werden, Bahnübergänge sind so gut wie unmöglich neu zu realisieren. Eine Streckenentwidmung ist allerdings kein Hinderniss für eine Reaktivierung.

    Praktisch aber wird, meiner Auffassung nach, dieser als „Breimeier“ Variante in das Rennen geworfene Möglichkeit eher nur minimalem Erfolg zu teil werden. Parallel hat das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr die zunächst als eine der Top Favoriten für das ÖPNV Streckenreaktivierungsprogramm vorgesehene Strecke Buchholz – Maschen ad acta gelegt nachdem als Begründung eine Unmöglichkeit der Einpflegung von ÖPNV Zügen auf dieser Strecke in den Güterzugtakt angeführt wurde. Wie „richtig“ dieser Punkt ist, ist zu erkennen wenn man sich an das Jahr 2004 erinnert, als der gesamte Verkehr der Relation Buchholz – Hamburg über eben diese angeblich so unglaublich ausgelastete Strecke Buchholz – Maschen geleitet wurde als eben der Abschnitt Buchholz – Hamburg vollständig renoviert wurde.
    Mit Wegfall dieses Punktes dürften allein schon aus demselben Argument sich ergebende Personenzüge auf der noch abgebauten Strecke Marxen – Lüneburg eben nicht in den Güterzugtakt der ja ach so ausgelasteten Strecke Buchholz – Maschen einbinden lassen und damit genug Hinderungsgrund für diese Variante sein.

  5. Eckehardt Scheibler sagt:

    Guten Abend,
    durch Ihren LZ-Beitrag vom 3.8.15 erst aufmerksam geworden. Sehen Sie mal beim Dialogforum unter Anregungen 19.6./17.7. zu den VCD-Ergänzungen. Wir sehen aber auch die Step’s:
    Positionspapier 15.7.15 der „Landtagsgrünen“ mit Verbindung „Nord“ (fehlt dort) als politische Ultimeratio zum BVWP 15, da noch der weitere Weg nach Wittenberge gesucht wird (Partizipation der Altmark). Die Strecke Jesteburg – Danneberg ist in den RROP der LK Harburg und Lüneburg + Lüchow-Dannenberg 2-gleisig enthalten (bei Ausbaeu kein ROV mit neuer UVP, Wasserrechte der Brückenbauten alle 2-gleisig vorhanden – festgestellter Untersuchungs- Planungskorridor 1.000m)
    Die BI’s an der alten Relation Buchholz – Lüneburg, treiben ein etwas unseriöses Spiel, kennen die Vorlagen in Celle. Es könneten die Handlungsstrategien und Geschäftsgrundlagen zum SGV abhanden kommen.
    Die große „Alternative“ A7 (siehe oben /Auszug Blatt 14 der DB) wird für später aufgehoben.
    MfG
    E. Scheibler

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